su und z Architekten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einem Teil des früheren Pioniergeländes der Stadt Ingolstadt entsteht ein neues Wohngebiet mit 18 Baufeldern. Die Baufelder WA 13 und WA 14 werden jeweils von vier Baukörpern in windmühlenartiger Anordnung besetzt. Jeder Baukörper besteht aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Kubus. Die dreigeschossigen Kuben definieren den Straßenraum und betonen die äußeren Grenzen des Baufeldes, ein gemeinsamer Innenhof wird durch die zweigeschossigen Kuben definiert. Von diesem zentralen Wohnhof aus werden alle Wohnungen erschlossen. Parkplätze für die Bewohner befinden sich in den Tiefgaragen unter dem jeweiligen Baufeld. Innerhalb der dichten kleinteiligen Struktur werden zwei komplett unterschiedliche Wohntypologien realisiert: Wohnungen, deren Räume sich zu ruhigen unbefahrbaren Außenräumen hin orientieren, sind als barrierefreie Geschosswohnungen ausgebildet. Die Gebäude an den Straßen sind als Stadthäuser konzipiert, deren vertikale Struktur in den oberen Etagen private, gänzlich uneinsehbare Räume entstehen lässt. Beiden Typen sind unterschiedliche private Freiräume zugeordnet, den Stadthäusern in Form von Dachterrassen, den barrierefreien Wohnungen jeweils als Balkon oder Loggia.

Alle Gebäude sind massiver Bauart und werden einschalig monolithisch nach den Anforderungen der EnEV 2009 errichtet. Großzügige Fenster gliedern die Lochfassade. Fensterfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Putzoberfläche Tiefe. Textur und Farbe rhythmisieren die Fassaden und verleihen den Häusern Sinnlichkeit und Identität.

 

Deutscher Ziegelpreis 2017 - Anerkennung

Beurteilung durch die Jury:
Viele Konzepte werden dem eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum entgegengestellt. Bei diesem Bauvorhaben, das sich auf 2 gleichartigen Baufeldern mit jeweils 4 Baukörpern windmühlenartig um einen gemeinsamen Wohnhof gruppiert, mischen sich 2 Wohntypologien: den Straßenraum definieren attraktive, dreigeschossige Stadthäuser mit Dachterrassen, während zweigeschossige, barrierefreie Mehrfamilienhäuser mit Balkonen und Loggien sich zum ruhigen, grünen Innenhof hin orientieren. Die Lochfassaden werden durch großzügige Fensteröffnungen gegliedert, wobei sich helle Faschen vom rauen, gestrichenen Untergrund abheben und damit der Putzoberfläche Tiefe geben. Mit der Konzentration aufs Wesentliche und der Orientierung am menschlichen Maßstab überzeugt dieser Entwurf die Jury besonders.

 

Preis für Qualität im Wohnungsbau 2017

 

Das Juryurteil
Mit der primär maßstäblichen-kleinteilig strukturierten Wohnhofbebauung schafft der Bauherr mit seinen Architekten einen bewussten Kontext in der bestehenden Siedlungslandschaft. Die sonst durchgrünten, privaten Freiflächen werden jetzt öffentliche, dem Aufenthalt dienende, Innenhöfe. Die Baukörper selbst bilden den städtischen Raum. Die klar gegliederten, zueinander gestellten Gebäude schaffen integrative Freiräume, ohne die innere Funktion der Häuser zu stören. Grundrissstruktur, Raumdefinition, Materialwahl und Oberflächenhaptik sind ganz auf das Selbstverständnis qualitativen Wohnens abgestellt. Ein bemerkenswerter Beitrag zu weniger ist mehr!

 

 

Bauherr: gewerblich
Baumaßnahme: 2 Wohnanlagen mit je 18 Wohneinheiten und Tiefgarage
Ort: Ingolstadt
Ausführung: 2014 - 2015
Leistungsphasen: 1 - 7 und künstlerische Oberleitung
Bruttorauminhalt: 11.900 + 12.015 cbm (WA13 + WA14)
Bruttogrundfläche: 3.780 + 3.840 qm (WA13 + WA14)
Wohnfläche: 1.760 + 1.760 qm (WA13 + WA14)
Energie-Standard: Effizienzhaus 70 (EnEV 2009)
techn. Ausstattung: Fernwärme, Fußbodenheizung, bedarfsgeführte Abluftanlage mit dezentralen Abluftlüftern, Nachströmung über Fensterfalzlüfter
   
Fotos: Stefan Müller-Naumann (Bilder 1, 2, 8 und 12)
  su und z Architekten (Bilder 3-7, 9-11, 13-14)
   
Auszeichnungen: deutscher Zeigelpreis 2017 - Anerkennung
  Preis für Qualität im Wohnungsbau 2017