Langes Haus für Kinder

Auf dem Grundstück der Jahnschule entsteht ein Kindergarten mit vier Gruppen, ein Kinderhaus: ein einfacher Baukörper, lang gestreckt, gekleidet in eine Schale aus unbehandeltem Holz. Angelehnt an die Prinzipien der Einfirsthöfe vereint er alle Räume unter einem Dach. Nicht als formalistische Nachahmung, sondern als zeitgemäße Neuinterpretation der regionalen Bauweise. Das große flach geneigte Dach ist innen raumhaltig und gewährt den Kindern Schutz – sichtbar und spürbar. Eine weite Auskragung nach Süden spendet im Sommer Schatten, schützt die Terrasse vor Regen und Schnee. Der markante asymmetrische Giebel verleiht dem Kindergarten Gesicht und Adresse, gliedert das Gebäude zudem.

 

Im Osten – an der Jahnstraße – befindet sich der Eingang und der gemeinschaftliche Teil mit Bewegungsraum, Speiseraum und Küche. Dahinter, in Reihe, die Gruppenräume der Kinder, jeweils mit eigener Garderobe und Sanitärmodul. Sie öffnen sich nach Süden. Im Norden die Nebenräume. Die strenge Ordnung dient der Orientierung und stärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Kinder zu ihren Gruppen. Das Kinderhaus wird aus Holz gebaut. Der nachwachsende Rohstoff findet traditionell in der Region Verwendung und wird über die Jahre das Erscheinungsbild des Hauses prägen: lasierte Oberflächen bestimmen die Räume, die Maserung wird sich abzeichnen. Die rötlichen Lärchenholzbretter der Fassade werden mit der Zeit ihre Farben verändern.