Langes Haus für Kinder

 

Auf dem Grundstück der Jahnschule entsteht ein Kindergarten mit vier Gruppen; ein Kinderhaus: ein einfacher Baukörper, lang gestreckt, verkleidet in eine Hülle aus unbehandeltem Holz. Angelehnt an das Prinzip des traditionellen Einfirsthofes, vereint die Struktur alle Räume unter einem Dach. Nicht als formalistische Nachahmung, sondern als zeitgemäße Neuinterpretation der regionalen Bauweise. Das große, flach geneigte Dach ist raumhaltig und gewährt den Kindern Schutz – sichtbar und spürbar. Eine weite Auskragung nach Süden spendet im Sommer Schatten und schützt die Terrasse vor Regen und Schnee. Der markante, asymmetrische Giebel verleiht dem Kindergarten Gesicht und Adresse, zugleich gliedert er das Gebäude.

Im Osten – an der Jahnstraße – befindet sich der Eingang und der gemeinschaftliche Teil mit Bewegungsraum, Speisesaal und Küche. Dahinter, in Reihe geschaltet, sind die Gruppenräume der Kinder verortet, jeweils mit eigener Garderobe und Sanitärmodul ausgestattet. Sie öffnen sich nach Süden. Im Norden befinden sich die Nebenräume. Die strenge Ordnung dient der Orientierung und stärkt das Gruppen-Zugehörigkeitsgefühl der Kinder. Das Kinderhaus wird in Holzbauweise errichtet. Der nachwachsende Rohstoff findet traditionell in der Region Verwendung und wird das Erscheinungsbild des Hauses stark prägen. Die rötlichen Lärchenholzbretter der Fassade werden sich, parallel zur Entwicklung der Kinder, im Laufe der Zeit verändern.

 

Bauherr: Stadt Bad Tölz
Baumaßnahme: Kindergarten
Ort: Bad Tölz
Ausführung: 2018 – 2021
Leistungsphasen: 1 – 9
Bildnachweise / Visualisierungen: su und z Architekten