Das kleine Haus

 

Das kleine Haus ist simpel und besonders zugleich. Mit seinen gemauerten Wänden und dem steil geneigten Ziegeldach fügt es sich in die vorhandenen Strukturen – die denkmalgeschützte Mustersiedlung Ramersdorf – ein. Garage und Wohnhaus spannen einen geschützten Hof auf. Der an den Hof angrenzende Raum, die Garage, birgt die Möglichkeit, den Freibereich durch eine Laube zu erweitern. Die kompakte Grundrissorganisation schafft auf kleinster Fläche ein unerwartet großzügiges Raumgefüge. Im Erdgeschoss wird der offene Wohn- und Essbereich durch einen eingestellten Treppenkern mit Kamin zoniert. In den Obergeschossen gliedert der Treppenraum das Volumen in Individualräume und Bäder.

Die Außenhaut grenzt sich klar von der strengen Ordnung der umliegenden Bebauung ab: Licht erhellt das Innere durch unterschiedlich große, frei angeordnete Öffnungen. Die Eichenholz-Fenster tragen die warme Materialität der Wohnräume nach außen, wo sie mit der rauen Putzfassade der massiven Ziegelwände brechen. Im Dachraum setzt sich die Massivität des Hauses fort; seine umfassenden Schrägen sind aus Beton gegossen. Die Dachflächen werden dementsprechend zur fünften Fassade. Öffnungen werden gezielt gesetzt, um den ganzheitlichen Raumeindruck zu intensivieren. Das kleine Haus nimmt viele Bezüge auf, arbeitet intensiv mit dem Genius Loci, aber entwickelt zugleich eine eigenständige Haltung.

 

Bauherr: Privat
Ort: München
Leistungsphasen: 1 – 9
Fertigstellung: 2018
Bildnachweise / Visualisierungen: Sebastian Schels – photographer